
@ Sahnestück
Weißt du ich finde dein Engagement wirklich gut, aber leider klappt das eben auch nur im Kleinen.
Wenn man in einem Großkonzern arbeitet, der bei normalen Praktikanten schon Probleme hat, dann schaut die Compliance Abteilung da ganz genau hin, wo man solche Flüchtlinge beschäftigen kann und überhaupt auch darf. Stichwort ist hier so leid es mir tut nämlich auch wieder das Lohndumping. Es darf eben nicht passieren, dass Flüchtlinge selbst wenn es ihr Eigeninteresse ist als billige Arbeitskräfte verschlissen werden. Je kleiner der Aufbau einer solchen Organisation bis hin zur Privatperson, desto flexibler ist man dann auch.
Wenn man ehrenamtlich arbeitet, dann gibt es hier auch die geringsten Hürden. Wie man jedoch seine Zeit verplant, dass ist ja jedem selbst überlassen. Was mich zumindest "stört" ist, dass die Gelder ja trotzdem fließen und vielleicht habe ich auch noch den komischen Anspruch, dass eben MIT diesem Geld auch etwas sinnvolles getan werden müsste.
Ich finde es traurig, dass mit solch einer Argumentation das schon quasi gar nicht mehr verlangt wird. Damit ist man zwar kurzfristig näher an den Bedürfnissen von ein paar Einzelpersonen, aber ob man so die gesamte Problematik lösen kann, weiß ich nicht. Dafür fehlt mir einfach der Gesamtüberblick.

„Bretten“ (Pseudonym)
Sahnestück
Jein, ich engagiere mich bereits. Und es könnten natürlich mehr sein, die das tun. Bei Syrern mag das noch stimmen, doch wer nicht so eine sichere Bleibeperspektive hat, wird oft behördlich kalt gestellt.
Z.B. Ausbildungsplatz. Grad wieder so ein Fall, bei dem der Ausbilder mit Handkuss den afghanischen Praktikanten als Azubi nehmen möchte. Er ist total fleißig, engagiert, zuverlässig, lernt eifrig deutsch. Behörde sagt aber njet. Und nu??

„Wachtberg“ (Pseudonym)
@Tanzbaerin
Was du beschreibst ist ja der praktische Ausdruck davon was unsere wehrte Kanzlerin mit Willkommenskultur wirklich meint, wobei sie nur ausspricht was gängige Regierungsmeinung ist.
Ein erheblicher Teil der Migranten stammt bekanntlich u.a. aus Syrien, Somalia oder Afghanistan, was kein Zufall ist, da dort Bürgerkrieg das Leben bedroht, auch weil NATO-Staaten unter Führung der USA in Allmachtsfantasie versuchen ihre Interessen militärisch durch zu setzen.
Im Fall Syrien geht es darum, dass Herr Assad gestürzt werde soll, im Syrien dem Einflussbereich von Russland heraus zu brechen. Dafür bedient man sich dann gerne auch regionaler Mächte wie Türkei, Saudi-Arabien oder Iran und liefert Waffen oder Geld, was dann in die Hände islamistisch verbrämter faschistischer Gruppen wie IS, Al Nusra oder Al Qaida landet.
Die zivilen Opfer diese Mächtegerangels um Rohstoffquellen oder Einflußgbiet
landen dann u.a. hier. Allen von 30 Mill. Syrer sind 12 Mill auf der Flucht und davon 7 Mill. innerhalb von Syrien.
Wundert es da, dass diese Migranten nicht wirklich als willkommen gelten, sondern nur zeitweilig geduldet werden als Kostenfaktor, der notgedrungen in Kauf genommen werden muss.
Da macht das Abkommen mit der Türkei auch Sinn, damit diese "unsägliche" Begleiterscheinung der weltweiten Machtkämpfe aus dem Blickfeld verschwinden.
Wer die Sonnenseite dieses Systems geniesen will, muss auch die Schattenseiten in Kauf nehmen. Ansonsten muss man sich diesem System konsequent entgegen stellen.