
„Bottrop“ (Pseudonym)
Pius es ist schade wenn Du so schlechte Erfahrungen damit gemacht hast; allerdings kenne ich diese Firmen nur aus der anderen Perspektive - wenn die halbe Belegschaft plötzlich mit Kamelpest ausfällt und der Laden weitergehen muss, bestellt man sich bei einer solchen Firma ein paar fleißige Sekretärinnen (zahlt dafür allerdings auch ein Vielfaches des ortsüblichen Gehalts) und ist froh, wenn man wieder auf billigere feste Kräfte zurückgreifen kann.

„Wedemark“ (Pseudonym)
Ich persönlich bin nicht betroffen, da ich als Journalist Honorarverträge mit den Sendern bzw. Printmedien habe.
Aber meine Recherchen zeigen eben ein anderes Bild der Leiharbeit zum Bsp. Ford in Köln.
Leiharbeit war ja ursprünglich auch so einmal angedacht, das Unternehmen personelle Engpässe überbrücken können, was ich auch nachvollziehen kann. Aber leider ist es seit SPD - Schröder nicht mehr bei der Überbrückung geblieben. Ebenso hat Hartz IV dazu beigetragen die Löhne zu drücken und damit verbunden geht einen Schwächung der Binnenkonjunktur ein her.

„Oranienburg“ (Pseudonym)
Zeitarbeitsfirmen sind nur dazu dar um Ihre Mitarbeiter auszubeuten.Da gehen normale Firmen hin und gründen eine Tochter die Zeitarbeit vermittelt.Entlassen in der normalen Firma einen Teil der Arbeiter,diese gehen zum Arbeitsamt und sie sollen sich bei der Zeitarbeitsfirma melden.Dort stellt der Arbeiter dann fest das er von der Zeitarbeitsfirma zu genau der selben Arbeitsstelle geschickt wird ,die er vorher hatte.Mit der begründung er würde da gebraucht.Nur warum ist er dann vorher überhaubt entlassen worden ,mit der Begründung es gebe für ihn keine arbeit.Also ist das ganze nur ein abgekartertes Spiel um die Lohnkosten zu senken ,mehr nicht.Das alles auf den Rücken der Arbeiter,und auf kosten unseres Sozialsystems,den welche Rente bekommen sie dann Später ,bei so einem geringen Verdienst.Dann darf der Staat wieder mal Draufzahlen.Das ganze weil einige Firmen keinen anstand mehr haben,reinste ausbeuter metoden.

„Bottrop“ (Pseudonym)
Pius, durch Hartz IV wurden die früheren Sozialhilfeempfänger deutlich besser gestellt. Die früheren AlH-Empfänger hingegen, die, die auch vorher Beiträge eingezahlt hatten, die wurden schlechtergestellt. Daher kann ich nicht den Zusammenhang zwischen "Lohn drücken" und Hartz IV nachvollziehen.

„Wedemark“ (Pseudonym)
Eben nicht.
Ein Sozialhilfeempfänger bekam neben der HLU und KDU u.a. Kleidergeld im Frühjahr und im Herbst pro 210 DM, zusätzlich Repraturen bezahlt- bevor es neue Haushaltsgeräte gab. Ebenso gab es Zuschüsse ( Weihnachtsbeihilfe, Kommunion, Hochzeit, Todesfall etc). Einrichtungsbeihilfe wurde ebenfalls gewährt für eine Grundausstattungim Fall einer Erstaustattung.
Heute bekommen die ALG II - Empfänger 364 HLU inklusive Unterkunftkosten.
Kleidergeld wird nicht mehr bezahlt, Reperaturen ebenso wenig. Kautionsgewährung und Umzugskosten werden als Darlehen verabreicht. ALG II Empfänger erhalten kein Elterngeld und das Kindergeld wird als Einkommen vom ALG II angerechnet so dass, viele den Regelsatz nicht komplett erhalten. Stromkosten und Warmwasser muss aus den Regelsatz bezahlt werden , obwohl das BGH diese als Unterkunftskosten anerkannt hat. Auch von Zuzahlungen ist der Hartz- IV- ler bei Medikamenten und Praxisgebühr ebenfalls nicht befreit ( bei der alten SH war dies der Fall)
Verschiedentlich erhalten ALG-II-Bezieher im Jobcenter die Aufforderung, eine möglichst hohe Zahl an Bewerbungsschreiben nachzuweisen, auch wenn die Erfolgschancen minimal sind. Das kontinuierlich negative Ergebnis entmutigt die Arbeitssuchenden, schädigt ihr Gefühl der Selbstwirksamkeit und kann damit die emotionalen bzw. gesundheitlichen Voraussetzungen einer Erwerbsfähigkeit ruinieren.
Da die früheren ALHI- Empfänger ergänzende Sozialhilfe beantragen konnten, waren sie ebnfalls bessergestellt. hinzu kam bei dieser Personengruppe auch noch Wohngeld.
Hinzu kommt das bei der Berechnung der Regelsätze einfach die statistischen Warenkörbe heruntergerechnet und Dinge ausgespart wurden. Diese kann man nachlesen bei den Erhebungen des paritätischen Wohlfahrtsverbandes, dem CARITAS - Verband im Armutsbericht der Bundesregierung.
Auch die Sanktionen und der unmittelbare Zwang wurden deutlich erhöht.
Hinzu kommt dass die Anforderungen an Erwerbslose häufig unrealistisch und gesundheitsgefährdend sind. Zu diesen Ergebnissen kommen Studien der Universitäten Dresden und Leipzig.
"Von Arbeitslosen werden Veränderungen verlangt, die viele Menschen in stabilen Verhältnissen kaum zu leisten in der Lage sind: finanzielle Einbußen, Veränderungen der Lebensführung, Veränderung zentraler Rollen, Umzüge, Trennung von der Familie bei wohnortfernen Arbeitsangeboten und unsicherer Perspektive ..."
Professorin Dr. Gisela Mohr und Kollegen postulieren: "Viele Bewerbungen, hohe Arbeitsorientierung, starke Konzessionsbereitschaft und viel Optimismus sind falsche Forderungen an Arbeitslose."
Wissenschaftler tätigten "Untersuchungen, die zeigen, dass eine mittlere Arbeitsorientierung mit einer besseren psychischen Gesundheit einhergeht als eine hohe. Zu erklären ist dies damit, dass erfolglose Bewerbungen dann besser bewältigt werden können. Auch hier muss es also als Kunstfehler betrachtet werden, wenn sogenannte Motivationstrainings eine hohe Arbeitsorientierung in den Vordergrund stellen, statt die protektive Funktion eines mittleren Niveaus zu sehen. Offenbar stellt die Reduzierung der Arbeitsorientierung eine Anpassung an die gegenwärtige Lebenssituation dar und muss bei Langzeitarbeitslosen als Teil einer positiven Bewältigungsstrategie bewertet werden ..."
Ist der Arbeitslose bei einer Arbeitsplatzwahl zu hohen Konzessionen bereit, sehen die Wissenschaftler "potentiell die Gefahr einer beschleunigten Abwärtsspirale, da ein erheblicher Teil dieser Wiedervermittelten innerhalb eines Jahres wieder arbeitslos ist... Eine hohe Konzessionsbereitschaft und Arbeitsorientierung von ALG-II-Beziehern muß geradezu als Risikofaktor für eine gelingende Bewältigung von Arbeitslosigkeit betrachtet werden..."
Susann Mühlpfordt, Gisela Mohr, Peter Richter (Hrsg.)
Erwerbslosigkeit: Handlungsansätze zur Gesundheitsförderung.
Pabst, Lengerich/Berlin 2011, 180 Seiten, ISBN 978-3-89967-706-5
Bitte bei den realen Fakten bleiben und keine Pauschalbehauptungen aufstellen, leider gibt es gerade in der Bevölkerung kein ausreichendes Wissen zum SGB II und XI und es kursieren allerhand Thesen über angebliche soziale Wohltaten und vom Leben in der sogeannten sozialen Hängematte. Talkshows spielen nicht die wahre Realität wieder

„Lüdenscheid“ (Pseudonym)
Leider hat Pius recht....und Hartz4 hat noch andere "Nebenwirkungen":
http://www.hartz4-im-netz.de/PagEd-index-topictoview-297.html

„Straubing-Bogen“ (Pseudonym)
@TE
Brauchst du eine Verwaltungsfachangestellte? Wenn mein Baby mit drei bzw. vier Monaten einen U3-Platz bekommt, dann würde ich mit einem Handkuss einen Job annehmen. Ich will arbeiten gehen und meine Kinder selber versorgen, doch viele Arbeitgeber haben Angst eine Alleinerziehende Mami mit zwei kleinen Kindern einzustellen ;-( Aber ich gebe nicht auf, ich suche weiter...

„Speyer“ (Pseudonym)
Ach das beste Angebot habe ich bestimmt bekommen vor ein paar Tagen.
1000€ brutto
12 Std Schicht
6 Tage im Monat frei
Na so etwas liebe ich

„Wedemark“ (Pseudonym)
Das ist Lohndumping pur.

„Bottrop“ (Pseudonym)
"364 HLU inklusive Unterkunftkosten."
Lieber Pius, bitte bleibe DU erstmal bei den Fakten und der Wahrheit. Die Unterkunftskosten gehen zusätzlich oben drauf, einschließlich Heizung, und sind keineswegs schon mit drin.
Und wenn Du schon darauf abstellst dass bestimmte Pauschalen, die man beantragen konnte, weggefallen sind, solltest Du nicht verschweigen, dass dafür der Regelsatz deutlich höher ist und die Eigenverantwortung der früheren Sozialhilfebezieher deutlich gestärkt wurde. Was sie sich früher für jeden denkbaren Sonderfall an Gutscheinen oder Beihilfen oder Zusatzleistungen beantragen mussten, ist heute alles schon mit im Regelsatz drin.
Ich bestreite nicht, dass man davon kein Luxusleben führen kann (vor allem nicht die Singles), aber dazu ist es auch nicht gedacht.
Schon die Bezugsbilanz einer Familie mit drei Kindern sieht aber so aus, dass ein Arbeitnehmer im Vergleich schon richtig fett verdienen müsste, um ein ähnliches Netto zu erwirtschaften. Angefangen bei den Zuzahlungen zu medizinischen Leistungen, über gratis Eintritt zu diversen Freizeitvergnügen und stark verbilligten Fahrkarten usw. bis hin zu eben einer gratis Wohnung oder Haus (eine vielköpfige Familie bekommt locker ein Einfamilienhaus finanziert vom Staat) inklusive Heizkosten sieht das schon gar nicht mehr so düster aus wie von Dir beschrieben.
Was der (nicht das) BGH (= Bundesgerichtshof = Zivilsachen und Strafsachen) damit zu tun haben soll, den Du anführst, entzieht sich meiner Kenntnis. Anscheinend hast Du noch weniger Kenntnis als Du mir unterstellst. Ich beziehe mein Wissen keinesfalls aus Talkshows.

Knusper, du vergisst z. B. das Kindergeld. Ob man bei zwei Kindern als Alleinerziehende/r 364 € mehr oder weniger bekommt, spielt schon eine Rolle. Rundfunkgebühren werden auch nicht mehr erlassen (ca. 54 € im Vierteljahr), und die Sonderleistungen, die allerdings Soll-Regelungen waren, wie Zuschüsse zu Taufe und Konfirmation u.ä. gibt es generell nicht mehr. Die Zuzahlungen zu medizinischen Leistungen muss man auch erstmal vorlegen. Geldgeschenke aus der Familie, auch wenn es nur 50 € sind, werden gegengerechnet. (So, wie ich das aus meinem Bekanntenkreis mitbekommen habe)
Es ist alles in allem jedenfalls sehr wenig. Und Lebensmittel sind auch noch effektiv teurer geworden in den letzten Monaten...

„Bottrop“ (Pseudonym)
Eben und die Zuzahlungen zu Gesundheitsausgaben werden für eine komplette HartzIV-Familie nur am Einkommen des Haushaltsvorstands bemessen und auf maximal insgesamt 78 EUR im Jahr für die komplette Familie gedeckelt. Für einen arbeiten gehenden Ernährer einer Familie können diese Zuzahlungen locker viele hundert EUR jährlich pro Familienmitglied betragen. Und Zahnersatz bekommen ausschließlich H-ler voll bezahlt.
Es geht mir auch nicht darum aufzuzeigen, dass man davon ein Luxusleben führen könnte - kann man nicht - aber in einem Land mit so hoher Anspruchshaltung der Empfänger kann das Sozialsystem so schlecht gar nicht sein.

„Delmenhorst“ (Pseudonym)
Pius, doch ALG II-Empfänger bekommen Elterngeld, nur wird es seit Anfang diesen Jahres auf das ALG II angerechnet.
Und auch Kindergeld wird bezahlt, wenn es eben auch angerechnet wird. Aber das finde ich völlig in Ordnung.
Schau ich mir den Vergleich an, wird mir eher schlecht!!!
- Wenn ein Azubi mit einem Kind mehr Geld zur Verfügung hat als ein studierter Pädagoge.
- Wenn einem Azubi mit Freundin und 4 kleinen Kids 2400,-€ zur Verfügung stehen. Wie kann jemand so viel Geld heute noch legal erarbeiten? Und die mir bekannte Familie kann locker nebenbei einen Führerschein bezahlen.
Ich finde, die Gehälter sollten wieder auf ein lebenswertes Niveau steigen, damit es sich wieder lohnt arbeiten zu gehen und nicht schon lauter 7.-Klässler zu mir sager: Warum soll ich mir einen Beruf suchen? Ich will später von Hartz IV leben!

„Wedemark“ (Pseudonym)
Sehr geehrte KnusperCrunchy,
ich habe dir nicht unterstellt , das du Dein Wissen aus Talkshows beziehst, sondern die Intention ging dahin, das die Masse der Bürger dressierte Hartz- IV -Empfänger live im Nachmittags - TV erleben kann.
Hier mein Zitat: Heute bekommen die ALG II - Empfänger 364 HLU inklusive Unterkunftkosten.
Ich habe nichts anderes behauptet.
Finanziell ist bei dieser Personengruppe eigentlich nichts mehr mit Eigenverantwortung drin, aber vielleicht kannst du das ja mal näher erläutern und an einem Beispiel veranschaulichen?
Zahnersatz bedeutet den Ersatz von Zähnen durch Kronen. brücken und implantaten. Diese werden seit dem 1.01.2005 über Festzuschüsse abgerechnet, die in der Regel rd. 50 % der Kosten der Regelversorgung abdecken.
ALG II - Empfänger erhalten bei der Regelversorgung nur Zahnersatz aus Nichtedelmetalllegierungen.
Die Härtefallgrenze wurde beseitigt. Auch ALG II- Bezieher müssen zuzahlen. Für sie gilt der Regelsatz als "Bruttoeinahme", d.h. sie müssen also generell 82,80euro oder 41,40 euro vorlegeb, bevor sie einen Antrag auf Befreiung stellen können. Das ist doch auch eine verschlechterung oder? Ebenso werden keine Sehhilfen wie brillen übernommen. Auch keine Verschlechterung?
Zusatzbeitrag Krankenversicherung:
Die durch die Bundesregierung zugelassene und inzwischen auch durch eine zunehmende Anzahl von Kassen durchgeführte Erhebung zusätzlicher Krankenkassenbeiträge in Höhe von 8 Euro ist bei dieser Berechnung zwingend zu berücksichtigen. Der angekündigte Sozialausgleich wurde mithilfe der dubiosen Festlegung einer angeblichen durchschnittlichen Zuzahlung von Null Euro ausgehebelt und stellt für die Hilfeempfänger eine weitere erhebliche Belastung dar und gefährdet deren gesundheitliche Versorgung.
Sorry ich meinte natürlich BVG - meine kleine Tochter haut manchmal dazwischen und dann leidet auch die Konzentration.
GEZ wurde immer übernommen, allerdings mußte der Antrag immer zu beginn des Quartals neu gestellt werden.
Die von dir behaupteten Ausssagen, das alles jetzt im Regelsatz enthalten ist, entspricht eben nicht der Tatsache. das wird mittlerweile auch von keinem Experten, den Sozialverbänden, Kirchen oder Armutsforscher mehr bestritten. Im Gegenteil. viele Posten seinen entfernt oder heruntergerechnet worden und haben mit der alltäglichen Realität der betroffenen Menschen nichts zu tun.
Bsp. Windeln: stehen im Regelsatz monatlich mit 8,70 euro zu Buche. Selbst die billigsten Angebote reichen in der Realität einen halben monat - das ist schon großzügig gerechnet - entweder man wickelt weniger und läßt das Kind wund werden oder im verbleibenden Restmonat garnicht ?
Verkehrsleistungen: Bewilligt werden im Monat 15,40 - das Sozialticket allein in Berlin kostet schon 24,50
Das deutsche Institut für Ernährung in Potsdam -Rehbrücke erklärte vor nicht allzulanger Zeit, das die Regelsätze nicht geeiggnet sind, sich ausreichend gesund zu ernähren.
Mich ärgert immer ein wenig die allgemein vorherrschende Ignoranz , welche ich auch als Konservartiver sehe, welcher sich der katholischen Soziallehre verpflichtet fühlt. Man kann doch die vielen Experten nicht einfach leugnen.
Wenn natürlich Löhne sinken, sinkt auch das Lohnabstandsgebot zwischem dem der Arbeit hat und dem der keiner Arbeit nachgehen kann. Nach dem Motto - divide et impera - spielt man diese Gruppen dann gegeneinander aus und sehr geehrte KnusperCrunchy, wie das klappt kann man bei dir festellen, denn du bist mittendrin in der Verteilungsdebatte.
Das Gerede von einer angeblichen Erwartungshaltung wird leider auch von Teilen meiner Partei gern als Fakt ins Spiel gebracht. Man kann Dinge auch zigmal wiederholen, deswegen werden sie nicht wahrer. Die Fakten sprechen eine andere Sprache zum Bsp. der OECD - Bericht und der Bericht der ILO in Genf zur Lage in Deutschland.

„Mühlheim am Main“ (Pseudonym)
Ich kenne mich nicht so gut wie pius aus , doch will ich dazu sagen: Wenn der Staat Armut fördert , wird der Boden für Kriminalität geschaffen , die ein vielfaches eines gerechten Sozialwesen kosten wird , wie es Deutschland einmal hatte.
Denn wer keine Chancen hat im Leben zu etwas zu kommen , der wird alle Werte verlieren und kriminell werden , denn dem ist alles egal.
Ob er mal 2 Jahre in den Knast kommt wenn er einen Passanten ausraubt und zusammengeschlagen hat , weil er vielleicht erwischt wurde , wird ihm wenig ausmachen.
Zur Zeit findet man vermehrt solche Meldungen in den Nachrichten , warum wohl?

„Bad Honnef“ (Pseudonym)
meine (erwachsene) Tochter hat letztes Jahr auch ein paar Monate ALGII bezogen.
Auszahlungsbetrag 195€ monatlich, weil sie zuhause wohnte. Es wurden die Unterkunftskosten (Wohnung, Essen) vom Regelsatz abgezogen.

„Delmenhorst“ (Pseudonym)
@ Berneck: Das hat mit der sogenannten Bedarfsgemeinschft zu tun. Alles Einkommen wird dazu zusammengerechnet und geschaut, ob es unter dem Regelsatz liegt.

„Bottrop“ (Pseudonym)
Pius, was ist denn BVG? Bundesverwaltungsgericht (BVerwG)? Auch das hat mit Hartz IV nichts zu tun. Meinst Du vielleicht das Bundessozialgericht (BSG)?
Wenn der Regelsatz die vollen Kosten für alle Lebenslagen beinhalten würde, dann bekäme jeder Empfänger jeden Monat tausende EUR.
Auch wenn das Kind keine Windeln mehr braucht, bekommt es immer noch die anteiligen Windelkosten. Für die Dauer der Stillzeit werden ja auch nicht die fürs Essen gedachten Anteile rausgerechnet.
Meiner Meinung nach sollen wirklich bedürftige Menschen gerne tausende EUR bekommen, von mir aus wöchentlich. Wer krank ist, Alleinerzieher, sonstige Benachteiligungen oder Handicaps hat, gerne.
Aber ich halte eben auch viele Empfänger nicht für wirklich bedürftig und vor allem nicht für unverschuldet in dieser Lage. Sage mir, wie man die Spreu vom Weizen trennen kann, und ich bin dabei.
Deinen Verweis der immer wieder durchklingt, es sei unzumutbar, Anträge stellen zu müssen - berufstätige Menschen müssen täglich acht, zehn, zwölf oder noch mehr Stunden einschließlich Weg dafür aufwenden, dass Geld kommt. Und da sollen die gesunden arbeitsfähigen Empfänger nicht einmal im Vierteljahr einen Antrag stellen? Abgesehen davon kann man in Absprache mit der Behörde dafür sorgen, dass die Befreiung jährlich, wie die Leistungsbescheide, ausgesprochen wird.

Akuelles Angebot:
Essen ausfahren für Alte und Kranke
auf 400 € Basis
7 € / Std. - Arbeitszeit 3 bis 4 Std. / Tag - 3 Std. werden bezahlt
eigener PKW, keine Spesen, Benzigeld im Std.lohn enthalten
Ich habe dankend abgelehnt.

„Bottrop“ (Pseudonym)
Das fällt dann wohl eher in die Kategorie "ganz okay - für einen Studentenjob"...

Okay? Nee, glaub ich nicht - darum suchen die ja auch händeringend. Zumal bei ca. 70 km pro Tag die Hälfte des "Verdienstes" ja schon fast für Spritkosten draufgeht.
Ich hab gefragt, was passiert, wenn ich einen Unfall habe. Wer das dann zahlt, wer für die eventuelle Höherstufung in der Versicherung aufkommt. Antwort: Da haben wir nichts mit zu tun, das ist dann Ihre Sache.
Ich finde solche Angebote eine Frechheit.

„Bottrop“ (Pseudonym)
Juristisch gesehen sind die da schon dran, das können sie nicht vertraglich ausschließen.
Der Kurs ist im Pott üblich. Wer sich zB Geld dazuverdient, indem er für Tageszeitungen als freier Reporter unterwegs ist, bekommt auch nur Zeilenhonorare von ein paar Cent, muss aber auch mit dem eigenen Auto durch die Gegend sausen und macht letztlich einen ähnlichen Schnitt.
Der Job würde sich nur lohnen, wenn man dazu einen Hauptjob hat und so die Fahrtkosten absetzen kann (da der 400 EUR Job brutto gleich netto ist, kann man DA logischerweise sonst nichts beim Finanzamt ansetzen).
Nun, der Markt dürfte sich regulieren und wenn sie keinen finden, müssen sie mehr zahlen, und wenn sie nicht mehr zahlen können, müssen sie eben schließen.

Was juristisch ist, was legal ist, was fair ist... das scheint vielen Arbeitgebern heutzutage egal zu sein. Ist schon frustrierend.