Arbeitsmarktsituation

in „Politik und Weltgeschehen“

Zu diesem Thema gibt es 384 Antworten

„Gummersbach“ (Pseudonym)

.... wählen ist nicht nur ein Bürgerrecht, sondern eher eine Bürgerpflicht. So sehe ich das. Sonst darf ich hinterher auch nicht schreien wenn die anderen dran sind und nicht für mich entscheiden. Ab und an kann man zwar nur das kleinere Übel wählen aber man hat die Möglichkeit!

Zum Grundthema:

Die meisten Arbeitgeber suchen einen single Mann/Frau von 22 Jahren mit Berufsausbildung, Abitur, ohne Familienwunsch, mit eigenem Auto, zur Schichtarbeit auch am WE bereit, aber mit 30 Jahren Berufserfahrung und ein Gehalt von 1500,-€ Brutto.

Die 40 überschritten wird es schon schwer was zu finden, auch als Mitarbeiter bei Zeitarbeitsfirmen. Über 50 fast aussichtslos! Und wer die 60 fast, oder schon, erreicht hat, hat fast keine Chance mehr.

Ein Nachbar hatte das Pech, dass sein Arbeitgeber die Firma zugemacht hat. Er 57 und wirklich gut Ausgebildet und mit einigen Weiterbildungen (mit Belegen) wäre auch im Umkreis von ca. 100km jeden Tag gependelt. Oder Schicht wäre auch kein Thema gewesen. Jetzt ist der 63 und man hat ihn in Rente geschickt. Also so einfach ist das nicht, von wegen wie ziemlich am Anfang geschrieben, WER ARBEITEN WILL BEKOMMT AUCH ARBEIT.

Allerdings sollen ja Ausnahmen die Regel bestätigen!

„Gummersbach“ (Pseudonym)

.... Fachkräfte - Mangel in DL:

es gibt genügend Fachkräfte auch hier bei uns. Nur angeblich ist man ja nach ca. 10 Jahren im erlernten Beruf tätig nicht mehr auf dem letzten Stand!!

Es gibt auch tatsächlich Lehrberufe, die seit einigen Jahren nicht mehr ausgebildet wurden. Kenne da eine große Firma, die es versäumt hat einen bestimmten Beruf auszubilden und jetzt gehen die "alten" in Rente und kein Nachwuchs in sicht!

„Erlangen-Höchstadt“ (Pseudonym)

Fachkräftemangel hat auch was mit Ausbildung zu tun. Das Problem hören wir seit über 30 Jahre. Die Großbetriebe und Konzerne überlassen gern die Kostenintensive <Ausbildung den Handwerksbetrieben.Danach werden die fertig Ausgebildeten Fachkräfte abgeworben. Wenn die Industrie dann aber mehr braucht und flexibel sollen ja nuir die Arbeitnehmer sein nicht die Industriebetriebe dann ist das Geschrei groß. Vor allen zahlen wollen Sie nichts als vernünftiges Einkommen und die Ansprüche werden auch immer größer ,sowie die Anforderungen. Ich habe nichts dagegen das Leistungslöhne egal in welcher Brache bezahlt werden! Das ist heute ja üblich. Das beste Einkommensmodell z.B. im Handel hat der DM Markt. Keine
Zeitarbeiter und jeder Mitarbeiter bekommt vernünftige Löhne und verbrieft Fortbildung und Weiterbildung sowie Aufstiegsmöglichkeiten, bei flexiblen Arbeitszeiten die auch mal Familienfreundlich gestaltet werden können. Bis heute habe ich nicht gehört das das Management von DM sich daher über Kostendruck beschwert. Bei Schlecker dem Konkurenten sieht es genau anders aus. Zeitarbeit en Groß meist über eigene Zeitarbeitsfirmen ,Familienunfreundliche Arbe zeiten und geringe Einkommen.Entsprechend sehen die Läden aus. Schmuddelig zum Teil und sehr unmotiverte Mitarbeiter/innen.

Ich bin aus einer Gegend in der es eine hohe Arbeitslosenquote gibt. Die Firmen wurden nach der Wende Platt gemacht, Die jungen Leute aus dem Land getrieben und die Ausbildung vernachlässigt. Vom Arbeitsamt gibt es heute noch Geld, wenn man sich woanders eine Arbeit sucht. Man soll auch ins Ausland gehen. Nun hat man hier einen Fachkräftemangel, besonders bei Ärzten. Wer eine sehr gute Ausbildung hat geht hier weg. Nun gibt es Programme um die Ausgewanderten wieder nach Mecklenburg zu holen. Wer sich aber eine Existenz aufgebaut hat kommt nicht wieder.
Mecklenburg ist heute eines der wenigen Bundesländer ohne Schulden, aber die Menschen leben hier in Armut. Länder wie Berlin leben über ihre Verhältnisse und schämen sich nicht einmal dafür. Berlin ist nicht arm und sexy , sondern reich und unverschämt. Ich habe nichts gegen Berlin, aber die Politiker dort leben nicht mehr in der Realität.

„Erlangen-Höchstadt“ (Pseudonym)

Das liegt aber auch an den Menschen dort im Osten , ich hatte sehr viel Verständnis aber man wollte sofort die Wiedervereinigung zu den Bedingungen des freien Marktes. Viele haben Sinnestrunken VW Golf , Marlboro und Helmut kohl gewollt . Mahner wie Schorrlemmer oder Neues Forum oder die Bürgerrechtsbewegung der DDR hat man überhört. Im Westen stand die SPD im Regen weil gesagt wurde man muss die Menschen langsam an den Bedinungen der Bundesrepublik orientieren. Dafür haben sie die wahlen verloren. Viele kritische Westler wurden von den bürgern drüben verlacht oder als SED Freunde gebrandtmarkt. Das Ende vom Lied sehen wir heute . Der Arbeitsmarkt wurde in Ost überrollt und gleiche Lebvensbedingungen sind in weiter Ferne.....

Die Wiedervereinigung wäre später nicht mehr zustande gekommen. Der Zeitpunkt war richtig,nur wollte man alles genauso wie der Westen machen. Der Westen hat aber einen Vorsprung gehabt, der nicht einzuholen war. Man hätte zu Beispiel auf neue Techologien setzen sollen. Auch hätte man seinen eigenen Produkten mehr vertrauen sollen. Hier wurde sogar Butter gekauft, nur weil sie aus dem Westen war. Die eigenen Produkte wurden nicht gekauft und so die eigenen Arbeitsplätze abgeschaft. Die ABM waren hier gut gedacht, aber sie führten nicht zum Erfolg. Jeder wurde in irgendeine Umschulung gesteckt, obwohl sie nichts mit dem erlernten Beruf zu tun hatte. Ein Handwerker wurde zum Koch umgeschult, obwohl er 20 Jahre as Maurer gearbeitet hat. Es wurde einfach nicht auf den Lebenslauf geachtet. Die Wiedervereinigung war eine große Chance, aber sie wurde nur Mangelhaft genutzt. Ich sehe aber heute nicht nur alles negativ. Es hat sich auch einiges verbessert.Die Städte sind heute vielschöner. Die alten Häuser wurden modernisiert. Früher gab es hier in Mecklenburg, einem Agrarland,nicht einmal Tomaten zu kaufen. Heute gibt es vieleicht schon wieder zu viel zu kaufen. Es gibt im Osten genauso starke Regionen, wie im Westen schwache. Wir sollten auch vielweniger vom Osten und Weten reden. Die Begriffe Ossi und Wessi habe ich schon früher gehasst. Überhebliche Leute gibt es genauso im Osten, wie faule Leute im Westen.

„Schwalm-Eder-Kreis“ (Pseudonym)

ich bin aus der tiefsten westprovinz über den umweg hamburg nach vorpommern gekommen, und ma ehrlich: wenn die faschoplage und das skandalös niedrige lohnniveau nich wären...hier wärs schon in ordnung.
viele windräder, jede menge viecher und natur (hab seit ich hier hergezogen bin folgende biester zum ersten mal frei rumlaufen sehen, teilweise 50 m vor der platte in der ich hause: füchse, marder, störche, ringelnattern...biber sind die einzigen scheuen/seltenen tiere die ich bisjetz nur im westen live gesehen hab) und ne solide, gebührenfreie uni ;)
blöd siehts dann nur spätestens nach dem abschluss aus: kein job, und wenn dann bekommt man woanders fast das doppelte für die gleiche arbeit (außer man schafft es an der uni zu bleiben). die einzige großstadt ist rostock, und selbst in halbwegs größeren städten wie greifswald und stralsund is nich besonders viel los...wer da nich wirklich lust auf landleben hat und dabei auch in kauf nimmt, jeden tag die neueste thor-steinar-kollektion von den nachbarn vorgeführt zu bekommen, der geht weg. das mit dem ossi-wessi-gelaber seh ich übrigens genauso, ich war 3 als die mauer gefallen ist...was kümmert mich der kalte krieg noch?

„Erlangen-Höchstadt“ (Pseudonym)

Bergwolf ich gebe dir da schon Recht , alles hat zwei Seiten. Nur es wird immer Reduziert von der Argumentation her West-Ost, Nicht Deutscher -Deutscher in Bezug auf den Arbeitsmarkt bedeutet dies das sich die Menschen Gegeneinander immer AUSPIELEN ließen bzw. Heute n och lassen. Das zeigt auch hier der Chat. Zeitarbeit ist für manche EINE CHANCE unbestritten wenn sie richtig eingesetzt wird. Für die Allermeisten und für die Normalen Beschäftigungsmarkt ist sie die Pest. Lohndumping, Abbau von Arbeitnehmerrechten, Abbau von Demokratischen Strukturen in Betrieben sind die Folge. Für bei Zeitarbeitsfirmen Beschäftigten sogar eine form von Leibeigenschaft da man Rund um die Uhr abrufbar sein muss. Auch ist es eine glatte Lüge wie bei den meisten Zeitarbeitsfirmen angegeben sind 35 Stundenwochen doch eher der Hohn. Die Regel sind 42-50 Stundenwochen. die Strukturen in Normalen Arbeitsverhältnissen gleichen sich auch immer mehr der Zeitarbeit an. Genauso sind das bei Personalüberlassunggesellschaften die als Töchter von Großen Firmen fungieren.Diese Arbeitsweise wird sich nur Ändern wenn wir als Arbeitnehmer dagegen Angehen mit Legalen und friedlichen Mitteln. Jeder Wuro den die vor Gericht verlieren oder als Schadensersatz für Schäden aus eigener Tasche zahlen müssen ist ein kleiner Beitrag zum Umschwung am Arbeitsmarkt. wir müssen wieder zu Regulärer Arbeit kommen und weg von dieser Hire and Fire Politik.Das geht nur wenn sich jeder einbringt und für seine Rechte kämpft.

„Spreewald“ (Pseudonym)

Also eben lese ich, "wer arbeiten will, bekommt auch Arbeit"
Ich mag es echt nicht mehr lesen oder hören oder was auch immer.
Mit 44 Jahren, drei Berufe und trotzdem keine Arbeit.
Tja der Haken kommt nun, ich bin alleinerziehend.
Ich bin gern Mutter und mag mich ganz sicher nicht beschweren.
Vor meiner Tochter hab ich alles gearbeitet, Schichtdienst, Wochenendarbeit, Feiertagarbeit, eben das was gefragt war.
Aber mit Kind kann ich das nun nicht mehr. Bin ich darum nun zu faul oder gar unflexibel? Ich hab doch das Kind nicht bekommen um es dann sich selbst zu überlassen.
Ach ja, es gibt ja auch noch Tagesmütter oder andere Einrichtungen die sich um unsere Kinder kümmern.
Aber ich möchte doch wenigstens am Morgen und am Abend für mein Kind da sein.
Aber die Hoffnung gebe ich nicht auf meine Chance noch zu bekommen.

„Erlangen-Höchstadt“ (Pseudonym)

Es stimmt schon das wenn man arbeiten will bekommt man auch Arbeit. Die Frage ist nur zu welchen Bedingungen und wer muss Flexibel sein. Bestimmt kein Arbeitgeber. Frage mal bei einen Discounter ob die Kinderbetreuung für ihre Beschäftigten
Alleinerzieher anbieten ? Oder eine Zeitarbeitsfirma dir einen Zuschuss zur Kita zahlt .......
Es ist doch nur Gelaber von den Politiker das eine Flächendeckende Kinderbetreung da ist. Sie ist meist so teuer
das sich das Verdiener aus der Unteren/Mittleren Einkommensklassen sich das nicht leisten können. Vergesse den Spruch Wer arbeiten will. Arbeiten wollen denke ich 95%
der Menschen die Arbeitsfähig sind. Doch zu welchen Bedingungen und Einkommen. Ich denke das Problem wird erst gelöst wenn wir ein BEDINGUNGSLOSEN GRUNDEINKOMMEN FÜR ALLE HABEN. (Idee stammt vom DM -
Markt Chef und von Prof.Peter Grotian) Da müsste dann der Arbeitmarkt drauf reagieren und eine Palette an Antworten parat haben.