
„Delmenhorst“ (Pseudonym)
Mich würde interessieren was die denn die andere Seite sagt. Ich hätte keine Lust mich ständig anpöbeln zu lassen. Zudem kenne ich eine junge Frau beim Jobcenter persönlich. Sie hat dort den Beruf gelernt und ist gewiß nicht inkompetent. Aber sie erzählt auch von sehr unschönen Geschichten.

„Wedemark“ (Pseudonym)
Ich habe in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit hier vor Ort überwiegend inkompentente Mitarbeiter kennengelernt, welche maulig, willkürlich und herzlos agieren.
Ein Lob muss ich allerdings dem hiesigen Leiter des Jobcenters machen, mit ihm habe ich oftmalig schnell und auch unbürokratisch Betroffenen helfen können.

„Delmenhorst“ (Pseudonym)
Wenn ich für die jungen Menschen die betreue bei der Agentur oder beim Jobcenter nachfragte sind die Angestellten immer sehr freundlich zu mir und erklärten mir die Sachlage genau.
Allerdings mußte ich auch feststellen, daß mich meine Jungs/ Mädels erbost ansprachen, daß sie wieder dieses oder jenes nicht bekommen. Als sie die Nachricht der Agentur dann nach langem hin und her mitbrachten war es super genau beschrieben. Nur meine Leute hatten das einfach nicht gelesen.

„Dortmund“ (Pseudonym)
Ich könnte mich jetzt dazu äußern, aber da man mir hier bereits empfohlen hat, ich solle mir doch einen anderen Job suchen, lass ich es lieber ;)
Keiner will in eine Schublade gesteckt werden, und wehe einem man macht die Schublade "Alg II-Empfänger" auf.. aber was das Jobcenter angeht darf man scheinbar alles über einen Kamm scheren ^^
Wenn ich von allem nur die Spitze des Eisberges (wie es dazu kam, lassen wie jetzt mal dahin gestellt) in die Öffentlichkeit stelle, geht niemand mehr freiwillig aus dem Haus.. aber jedem das seine.

@Princess Redhead
Genau das ist doch das Problem. Ich bin Verwaltungsfachwirtin und kann auf eine 25-jährige Tätigkeit in kommunalen Sozialämtern zurückblicken. Ich habe die Entwicklung des Sozialleistungsbezuges von Mitte der 1980-er Jahre bis zur Einführung von Hartz IV und darüber hinaus persönlich erlebt und kann deshalb mit Recht behaupten, zu wissen wovon ich rede.
Aber es will doch kaum jemand wissen, wie es mit und um die Menschen „hinter dem Schreibtisch“ aussieht. Breitgetreten werden in der Regel nur die negativen Erfahrungen der Leistungsbezieher. Ich verfolge diesen Thread, sowie in der Vergangenheit auch andere, in welchen es um Hartz IV-Leistungen geht bzw. gegangen ist, seit geraumer Zeit. Zur Schonung meiner Nerven habe ich immer davon abgesehen, entsprechende Statements dazu abzugeben. Und ich habe mir vorgenommen, das auch in Zukunft so zu handhaben.
Nur einmal soviel dazu.....jeder sollte wissen, dass es immer zwei Seiten einer Medaille gibt und somit auch beide Seiten gehört werden müssen, bevor eine Meinungsbildung stattfindet. Reißerische Schlagzeilen der Boulevard-Presse, diverse Talk- und Gerichtshows sowie Helena Fürst & Co. sind mit Sicherheit nicht dazu geeignet, ein realistisches Bild zu vermitteln und tief sitzende Vorurteile auf BEIDEN Seiten abzubauen.
Das Klientel der heutigen ALG II-Bezieher ist ein anderes wie vor 15 oder 20 Jahren. Genauso sind die Anforderungen an die zuständigen Sachbearbeiter stetig gestiegen.
Allen Widerständen zum Trotz habe ich meinen Job in all den Jahren mit viel Enthusiasmus, persönlichem Engagement, Motivation, sozialer und fachlicher Kompetenz und Einfühlungsvermögen ausgeübt. Dabei habe ich stets versucht, gegen den schlechten Ruf der Sozialämter bzw. späteren ARGE’n anzukämpfen. Dabei bin ich mir meistens vorgekommen wie die weibliche Variante von Don Quichotte im Kampf gegen die Windmühlen. Und ich befürchte, dies wird sich auch aus den bereits erwähnten Gründen in absehbarer Zukunft leider nicht ändern.
Über persönliche Beleidigungen, verbale Attacken, überzogenem Anspruchsdenken, unberechtigten Forderungen, Missbrauchs- und Betrugsfälle etc. kann ich ein Buch schreiben. Aber auch eines über Sachbearbeiter, die ihren Beruf verstehen und verinnerlichen, Kunden, die für die Situation hinterm Schreibtisch Verständnis zeigen und sich bedanken für die zuteilgewordene kompetente Beratung und Unterstützung. Und nun gebe ich zu raten, welches wohl die Bestzellerliste anführen würde.
Bevor ich jetzt missverstanden werden. Mir ist bewusst, dass es auf BEIDEN Seiten solche und solche Menschen, Situationen und Vorkommnisse gibt, die Kritik rechtfertigen. Aber solange, wie es das Ungleichgewicht in den entsprechenden Medien gibt, und die Gewichtung eines jeden Einzelnen über die Verbreitung von positiven und negativen Erlebnissen so eklatant unterschiedlich gesehen und praktiziert wird, ist eine weitere Diskussion darüber meiner Meinung nach absolut überflüssig.

„Wedemark“ (Pseudonym)
Sehr geehrte Angie,
die Mitarbeiter des alten Sozialamtes kannten oftmalig besser die Probleme ihrer Klienten vorallem durch den regelmäßigen persönlichen Kontakt. Sie waren sehr gut ausgebildet, bürgernah, bemüht und haben sich vorallem auch Zeit genommen, selbst für die allerschlimmsten Problemfälle.
Solche Auswüchse wie sie bei den ARGEN und Jobcenter an der Tagesordnung sind, gab es bei den Sozialbehörden nicht. Sie haben immer korrekt gearbeitet und auch schnell.
Ich denke aber Sendungen wie Monitor, Länderspiegel, Panorama und auch Aussagen von Richtern vermitteln schon ein authentisches Bild.

@Angie
Es ist schon richtig, dass es auf der anderen Seite des Schreibtischs auch nicht immer einfach ist. Aber für mich ist es frustrierend, wenn ich jedesmal eine andere Sachbearbeiterin habe, der wieder alles von vorne erklären muss. Und genauso frustrierend ist der Ratschlag, doch EU-Rente zu beantragen, weil in meinem Alter und meinem leicht eingeschränkten Gesundheitszustand die Chancen auf eine Erwerbstätigkeit so gering sind.
Unhöflich oder maulig war bei der ARGE noch niemand zu mir, aber trotzdem finde es insgesamt sehr unbefriedigend.

„Lüdenscheid“ (Pseudonym)
@KnusperC:
Danke fürn Hinweis auf den Gesetzestext, aber ich hab ja extra das Beispiel Landwirtschaft gewählt, wenn man da die betreffende QualiStufe und dann die Berechnung vornimmt, müssen da einige noch Geld zum Amt bringen....andere Wege funzten net.
Und meine Bekannte ist defintiv nach 3 Jahren Lehre von der BA direkt an die ARGE durchgereicht worden, da sie aufgrund ihres Lehrgeldes und nach Berechnung ihres dadurch zustehenden ALG1 unter dem ALG2-Satz war.

„Bamberg“ (Pseudonym)
Also ich weiß net, ich suche ja auch immer nebenher obs ne interessante neue Stelle gibt aber als Elektromeiister und SPS Programmierer find i nix.
Und zum Thema Arbeitsamt, der Ton macht die Musik oder Freundlichkeit ist ein Boomerang. Mit der Einstellung machen die Damen und Herren da sehr vieles möglich.

„Ostholstein“ (Pseudonym)
Also ich habe meine Ausbildung mit Abi ende Juni abgeschlossen, warte auf einen Studienplatz und bewarb mich auf eine Stelle als Staatl. anerkannte Erzieherin im Bereich Heilpäd. und Psychiatrie bei einem großen Verband die jemanden für den Bereich Jugendhilfen(HzE) suchten. (2.Bewerbung!!!) Am 07.07 gleich ein Vorstellungsgespräch und am Nachmittag kam die Zusage. "So solls doch sein"
Die wollten mich am bessten schon gestern. War selbst sehr überrascht und nun geht alles fast schon zu schnell. (Zelte abbrechen und Umzug etc.)
Das Amt stellte sich arg zickig an, man muss nur Geduld und Ruhe bewahren, dann konnte ich sie schon überzeugen. Was mich am meisten nervte, war die Art und Weise wie ich dort (z.T.) behandelt wurde: Schublade auf und rein :s *kotz
Ich hatte vorher Bedenken auf dem Arbeitsmarkt weniger hohe Chancen zu haben, Vorurteile und Co. aber die zerschlugen sich mit Lichtgeschwindigkeit.
Wenn man will... geht dat allet ;)
Viel Erfolg all den Suchenden !

„Nordthüringen“ (Pseudonym)
also ich habe auch schon mal ALG II bekommen und die Leute in der ARGE waren sehr kompetent und freundlich.
Das einzige was mich nervte war die Anrede als "Kunde". Die Umbenennung vom Antragsteller in "Kunden" ist einfach lächerlich aber dafür können die ARGE-Mitarbeiter ja nix. Erinnert mich allerdings immer an einen Witz aus Südafrika aus der Zeit der Apartheid.
Da fuhr ein Bus mit Weißen und Schwarzen durch die savanne. Die Weißen saßen vorn und die Schwarzen hinten. Dann gab es ein Gemaule weil die Schwarzen auch mal vorne sitzen wollte. Also hielt der Fahrer an und ließ alle aussteigen. Dann sagte er "Weiße, Schwarze, Rote, Gelbe, das ist alles Quatsch. Wir stellen uns mal vor wir seien alle grün. So und nun husch husch, zurück in den Bus. Und die Dunkelgrünen nach hinten und die Hellgrünen nach vorn bitte."

„Oberhavel“ (Pseudonym)
oh weh oh weh ich muss nächste woche zum job center da die auf der schiene der arbeitssuchenden nichts für mich machen können.... nach euren schilderungen ist mir jetzt schon schlecht vor angst

„Blieskastel“ (Pseudonym)
also Aubrey, ich arbeite in einer Werbeagentur und einige meiner Kunden inserieren sich einen Wolf um Elektriker zu finden, wo versteckst Du dich denn??

„Bamberg“ (Pseudonym)
Der Ruhrpott ist da wohl zu weit weg, ausserdem wenn dann such ich ne Meisterstelle, ich kommandiere nur rum und lasse arbeiten :D

„Erlangen-Höchstadt“ (Pseudonym)
Hallo, ich habe die Situation jetzt lange genug Beobachtet und
mache mir auch seit Jahren Gedanken zu diesen Thema. Ich bin in einen Bereich Beschäftigt der mit sogenannten Ein Euro Jobber als Sozialbetrieb trägt. Die meisten kommen aus dem Dunstkreis der Zeitarbeit ob mit guter Ausbildung oder Ungelernt. Für mich sind Zeitarbeit und Ungeschützte Arbeit die
moderen Sklaven unserer Gesellschaft. Für Löhne knapp über Hartz IV dürfen wir arbeiten und fühlen uns gut dabei. Schaut man selbst die offiziellen Statistiken an (gebe ein paar Quellen
zum Schluss an) die Mann/Frau nur genau lesen muss um das offizielle BlaBla vom Jobwunder als Große Lüge entlarvt. Fakt ist das 96 % aller neu geschlossenen Arbeitsverträge befristet sind.
Davon fallen ca. 80 % auf Zeitarbeit und ähnlich gelagerten Arbeitsverhältnisse. In den letzten zehn Jahren sind im unteren Drittel der Einkommensschiene bis zu 22% Lohneinbußen zu verzeichnen. Das wollen die Zeitarbeitsfirmen nun auf gut Ausgebildete und Facharbeiter übertragen. Die meisten lassen das mit sich auch machen weil Sie sich nicht dagegen wehren.
Selbst so große Firmen wie Daimler haben in manchen Werken bis zu einen Drittel der Beschäftigten mit ungeschützter Arbeit über Zeitarbeitsfirmen . Nur ein Beispiel woran man diese Sklaventreiber entlarven kann. Für Ungelernte bekommen sie von der Industrie bis zu 41.-€ die Stunde bei einen Lohn von 7.79 €.
wenn der Betreffende Arbeitssuchend war bekommen sie Einarbeitungszuschläge und Vermittlungsprämie von der ARGE.
Das können nicht selten 5000.-€ und mehr sein. Und dann werden diese Leute wieder entlassen wenn die Zeitarbeitsfirmen
nichts mehr zurückzahlen müssen an die Arge. Nach ca. 18 Monaten und das Spiel beginnt von Neuen.
Schaut also mal in folgende Satistiken und lasst sie in dieses Thema einfliessen.
Arbeitsmarktstatistik der Bundesanstalt für Arbeit
Arbeitsmarkt Situation vom DIW
Arbeitsplatzstatistik der Statistischen Landesämter

„Kleinmachnow“ (Pseudonym)
hi,
was mein vorredner geschrieben hat meine ich auch. gleicher lohn für gleiche arbeit, auch für zeitarbeiter!!!!!!!!
ich wünsche mir, dass ungelernte und auch menschen mit einem lehrberuf besser bezahlt werden. dafür könnte es meiner meinung nach abstriche bei den sehr gut verdienden akademiker geben. hiermit meine ich nicht akademiker per so, sondern solche, die mehr als 60.000,- pro jahr verdienen.
die linke partei ist mir im grunde unsyphatisch. doch denke ich, dass deutschland eine starke linke braucht. eine, die für mehr gerechtigkeit, für faire arbeitsbedingungen, ein recht auf arbeit und die gleiche teilhabe an bildung und medizinischer versorgung für alle kämpft.

Aubrey, wenn Du bereit wärest weg zu ziehen könntest Du locker 3000 in Westdeutschland verdienen selbst bei einer Zeitarbeitsfirma als "einfacher" Elektriker 2000-2500....

@Viktoria: Wir brauche keine "Starke Linke", sondern stärkere Gewerkschaften, die auch wieder was für ihre Klientel tun, und mehr Erziehung zur Solidarität der Arbeitnehmer.

genau das ist der Punkt @Pepper...

Ich habe aufgrund der Arbeitssituation meiner Partnerin gemerkt, wie schrecklich Arbeitsbedingungen und Firmen sein können, meist liegt das aber an völlig unfähigen sogenannten leitenden Angestellten. Ich würde nie auf die Idee kommen, so meine Mitarbeiter zu behandeln, da würde ich mir schäbig und als völliger menschlicher Versager vorkommen. Dort wo es notwendig wäre, sind die Gewerkschaftsvertreter auch völlige Versager. Völlig erschreckend.

Gentleman...so darfst du das nicht sehen...Gewerkschaftsfunktionäre sind nur die Vertreter ihrer Mitglieder...
...in vielen Betrieben ist der Organisationsgrad erschreckend niedrig...was soll eine Gewerkschaft da denn ausrichten?

„Erding“ (Pseudonym)
Aktuell bei der ARD zu sehen:
Das Hermes-Prinzip
Hier auch der Bericht dazu:
http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,l8vm4f69tijmjbea~cm.asp
Otto ist ein Vorzeigeunternehmer, hoch gelobt für sein soziales und ökologisches Engagement, für seine Bereitschaft, "gesamt-gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen". Dafür bekam er sogar das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.
Hermes ist eine 100-prozentige Tochter der Otto Gruppe.
UNFASSBAR!!

„Bamberg“ (Pseudonym)
Die Otto Sendnug war interessant :) meine Eltern haben vor 10 Jahren auch mal für die gearbeitet aber da hat man noch gut verdient.
@ Fireflower, ich arbeite ja in den alten BL aber langsam wird es Zeit wieder in die Heimat zu gehen.
Ansonsten kommt es immer drauf an wie man sich verkauft aber ich sage immer, entweder ich werde bezahlt wie ich arbeite oder ich arbeite wie ich bezahlt werde.

„Kleinmachnow“ (Pseudonym)
meine cousine wurde nach ihrem studium vwl und russisch ein jahr von otto als praktikantin ausgebeutet. man hat sogar von ihr verlangt, dass sie sich wieder neu einschreibt und die krankenversicherung selbst bezahlt. außerdem seien viele gebäude von otto alte baracken.

„Aachen“ (Pseudonym)
Weil ich mir nun kürzlich auch ne Stelle suchen musste habe ich zweierlei wahrgenommen:
-> Es gibt scheinbar einige Menschen die sich trotz fehlender Qualifikationen bewerben - was sehr lustig ist. Da gibts Aussagen von "Meine Frau ist Lehrerin, ich bekomme also mit was sie macht" bis "Ich bin Hauptberuflich Clown, habe also Erfaung mit Kindern und dachte ich könnte mir hier was dazuverdienen" ^^
-> Mit Qualifikation gibts Stellen wie Sand am Meer - da kann man sich überlegen ob man sich hier oder dort gut fühlen könnte.
Ich denke einen Job zu bekommen ist abhänig davon, in wellchem Segment man etwas sucht.
Außerdem hab ich während des Studiums festgestellt, dass man immer ne Halbtagsbeschäftigung haben kann, Vollzeit geht da aber erstmal recht wenig.
Was ich gar nicht verstehe(n will) sind Aussagen bezüglich des Arbeitslohns ... mir ist klar, dass man von irgendwas leben muss und das Gehalt daher schon was hergeben muss, staatliche Unterstützung zum Job schon fast lächerlich ist - ABER man muss auch FÜR etwas leben, etwas tun. Was ich überhaupt nicht abhaben kann sind auch Aussagen wie "das ist mir zu weit/hier auf dem Dorf gibts nix und weg ziehe oder fahre ich nicht/da muss ich so früh aufstehen ..."