Poesie

in „Persönliches“

Zu diesem Thema gibt es 33 Antworten

„Hofheim am Taunus“ (Pseudonym)

GrenzenLos

Sie hatte nie eine andere Wahl,
als ihn zu lieb zu haben.
Ihn und damit auch all das, was durch seine Musik,
sein Sein in ihrem Leben zum Klingen gebracht wird.

Sie hatte nie eine andere Wahl,
als mit bloßen Füßen über in der Seele
glühende Kohlen, Eis und Schnee zu gehen
auf dem Weg zu diesem Uns.
Und all die verborgenen Minen entweder zu umschiffen
oder darauf zu treten und im inneren Feuer
ihrer Gefühle zu brennen.

Sie hatte nie eine andere Wahl,
als hinabzusinken an den Grund all dessen,
was jemals in ihr war und zu erkennen,
dass Liebe tausend Formen
und eine Million Ausdrucksweisen hat.

Sie hatte nie eine andre Wahl als zu lernen,
in dieser Liebe auch dann zu bleiben,
wenn ihre Seelen bloss sich küssten.

Sie hatte nie eine andere Wahl,
als diese Emotionen ins Leben zu lieben
und selbst diese Kraft zu sein,
aus der sie beide einst erschaffen wurden
und zu der sie am Ende ihres Lebens
wieder heimkehren würden.

Sie hatte nie eine andere Wahl,
als ihren Weg weiterzugehen und den weichen Sand
ebenso achten zu lernen wie die scharfkantigen Steine.

Und inmitten dieses verrückten,
wundervollen, schmerzhaften
und ganz und gar heiligen Lebens
Augenblicke der Verbundenheit
und inneren Gleichgewichts zu finden.

Beatrice Tanner

„Burgdorf“ (Pseudonym)

Mein Lieblingsgedicht, seit vielen Jahren!

Phänomenale Frau (Maya Angelou)

Die schönen Frauen fragen sich, wo mein Geheimnis liegt!
Ich bin nicht süß, nicht Puppenhaft, nicht Schein der trügt, doch will Ich es ihnen erzählen sagt jede nur, die lügt.
Ich sage, es liegt im Zugriff meiner Arme, der Weite meiner Hüften, der Kraft meines Schrittes, dem Kräuseln meiner Lippen.

Ich bin eine Frau als Phänomen an sich, phänomenale Frau, das bin Ich!

Ich betrete den Raum und die Männer beginnen mit leisen Stimmen zu flüstern, mich summend zu umkreisen, wie Bienen die einer Blume die Ehre erweisen.
Ich sage, es liegt im Feuer meiner Augen, dem Blitzen meiner Zähne, dem Schwung meiner Taille, der Freude in meinen Füßen.

Ich bin eine Frau als Phänomen an sich, phänomenale Frau, das bin Ich!

Männer fragen sich was, sie an mir finden, doch je mehr sie suchen, desto weniger können sie mein tiefes Geheimnis ergründen.
Und kaum öffne Ich ihnen die Augen, scheinen sie zu erblinden.
Ich sage es, liegt im Bogen meines Rückens, der Sonne meines Lächelns, der Rundung meiner Brüste, der Hoheit meines Ganges.

Ich bin eine Frau als Phänomen an sich, phänomenale Frau, das bin Ich!

Ihr versteht nun warum Ich mein Gesicht nicht verhülle, nie die Stimme erhebe nie springe, nie schreie, brülle.
Einen jeden der mich nur vorbei gehen sieht, mit Stolz erfülle.
Ich sage, es liegt im Klicken meiner Absätze, dem Fall meines Haares, der Fläche meiner Hand, dem Hunger nach meiner Sorge.

Ich bin eine Frau als Phänomen an sich, phänomenale Frau, das bin Ich!

„Zittau“ (Pseudonym)

Frei nach einem meiner Großväter:

Ich hab Sonne im Herzen und Zwiebeln im Bauch. Drum kann ich gut furzen und stinken tuts auch.

„Hofheim am Taunus“ (Pseudonym)

sehr mutig Tuchafka zu deiner Geschlechtsumwandlung zu stehen, die du offensichtlich vergessen hast im Profil anzugeben......

„Zittau“ (Pseudonym)

@Theodora1

Ich weiß zwar gerade nicht genau worauf du dich beziehst, dennoch: Die ist noch nicht vollzogen, aber sobald ich endlich eine Vagina habe, werde ich sie hier im Thread stolz in Versform thematisieren.

Edit: Kreuzreim wäre dann passender als der bislang von mir bevorzugte Stabreim, oder?

„Hofheim am Taunus“ (Pseudonym)

Nun, es dürfte deiner geschätzten Aufmerksamkeit entgangen sein, dass hier FRAUEN aufgefordert wurden zwecks Gedichte - und da dachte ich, ui, das ist ja toll, ein neues Mitglied unter uns..........
Die Reimform bleibt dir natürlich überlassen

„Zittau“ (Pseudonym)

Ah..., ich hatte nur die Überschrift gelesen und wäre nie auf die Idee gekommen, zwischen männlicher und weiblicher Poesie zu unterscheiden.
Sorry, ich neige wohl zu wenig zur Geschlechterkategorisierung, aber vielleicht klappt das ja nach der Geschlechtsumwandlung besser...

Bis dahin: fröhliches Poesieren noch.

Sich selbst um die Liebe zu betrügen ist der fürchterlichste Betrug.
Es ist ein ewiger Verlust der sich nie ersetzen lässt, weder in der Zeit noch in der Ewigkeit.


Sören Kierkegaad


Die Träumenden und die Wünschenden halten den feineren Stoff des Lebens in den Händen.

Franz Kafka


Vielleicht ist alles Schreckliche im Grunde das hilflose, das von uns Hilfe will.

Rainer Maria Rilke

ODE AN DIE ZUKUNFT

Vor uns die goldenen Jahre
mit der Freiheit, Mensch zu sein.
Kein Muss mehr vergangener Tage,
kein Zwang mehr zum äußeren Schein.

Dies ist die Zeit neuer Wege
zu dir und zum eigenen Ich.
Lass' uns zusammen erleben
die Dinge, die wesentlich.

Talente, die lange verborgen,
in die Mitte des Lebens gestellt,
weisen den Weg hin zum Morgen,
in eine bessere Welt.

Lass' sie doch fallen die Zügel,
die Teil der Vergangenheit.
Schenk' deiner Seele die Flügel,
die Boten der Ewigkeit.

Glück hat keine Farbe,
kein Alter, kein Gesicht.
Es lebt ganz tief im Innern
und schenkt den Träumen Licht.

(Rena Bach)