Persönliches

Einschneidende Erlebnisse Forum für Dicke und Mollige Menschen

30.10.2022, 16:36

Enzelstückerl - was für ein schöner Text ... dieses Lied kannte ich noch gar nicht ...

Ja, der Herr Mey ist schon ein tiefsinniger Songschreiber.

@ Knusperkopp: so eine bescheidene Sitaution kenne ich auch!
Es freut mich sehr, dass du dich in Österreich inzwischen so wohl fühlst!

Mein Vater hat mir, als ich noch eine Jugendliche war, dieses Lied von Reinhard Mey auf einer Schallpaltte vorgespielt! Damals habe ich noch nicht alles so verstanden, wie ich es heute tue...
Der Text berührt mich immer noch sehr!
Es ist eine Kunst, sich die Liebe für sich und andere trotzdem zu erhalten und zu leben. jedoch gibt es auch Menschen, die einem einfach nicht gut tun. Von denen sollte man sich ganz klar distanzieren!

https://www.youtube.com/watch?v=7Wvc1KBFCI4
Reinhard Mey - Allein

Er drang mir in die Seele, weiß Gott, wie er mich traf
der Spott der guten Kinder, ich war das schwarze Schaf
im Pausenhof, die Tränen niederkämpfend, stand ich stumm
der Inhalt meines Ranzens lag verstreut um mich herum
wie wünscht ich mir beim Aufsammeln eine helfende Hand
ein Lächeln, einen Trost, und da war keiner, der sich fand
und ich hatte keinen Freund, und schlechte Noten, ist ja wahr
und unmoderne Kleider und widerspenstiges Haar

Allein - wir sind allein
wir kommen und wir gehen ganz allein
wir mögen noch so sehr geliebt, von Zuneigung umgeben sein
die Kreuzwege des Lebens gehen wir immer ganz allein
Allein - wir sind allein
wir kommen und wir gehen ganz allein

Wir waren uns alle einig in dem großen Saal
wir hatten große Pläne und ein großes Ideal
ich war der Frechste und der Lauteste und hatte Schneid
ich wusste unsere Stärke war unsere Geschlossenheit
doch mancher, der von großer gemeinsamer Sache sprach
ging dabei doch nur seiner kleinen eigenen Sache nach
und als ein Held sich nach dem anderen auf die Seite schlich
stand einer nur im Regen, und der eine, der war ich

Und noch ein Glas Champagner und sie drückten mir die Hand
und alle waren freundlich zu mir, alle waren charmant
und mancher hat mir auf die Schulter geklopft, doch mir scheint
es hat wohl mancher eher sich als mich damit gemeint
die Worte wurden lauter und sie gaben keinen Sinn
das Gedränge immer enger und ich stand mitten drin
und fühlte mich gefangen wie ein Insekt im Sand
je mehr es krabbelt desto weiter rückt der Kraterrand

Nun, ein Teil meines Lebens liegt hinter mir im Licht
von Liebe überflutet und gesäumt von Zuversicht
in Höhen und in Tiefen auf manchem verschlungenen Pfad
fand ich gute Gefährten und fand ich guten Rat
doch je teurer der Gefährte, desto bitterer der Schluss
dass ich den letzten Schritt des Wegs alleine gehen muss
wie sehr wir uns auch aneinander klammern, uns bleibt nur
die gleiche leere Bank auf einem kalten leeren Flur

@Denjo: genau dieselbe Situation hatte ich auch. Ich lag in einer Herzklinik, eine potenziell tödliche Operation vor mir und in den ganzen 10 horrormäßigen Tagen kam genau: niemand.

Selbst meine damals sogenannte Freundin kam lediglich ein Mal in 7 Wochen Reha (30 km Luftlinie). Natürlich war das nichts für länger. Aber in dieser Zeit habe ich auch erkannt, dass ich mich ausschließlich auf mich selbst verlassen kann und Blut mitnichten dicker als Wasser ist. Die Welt ist voller Egoisten und schon allein deshalb gehört Aussortieren ins Sammelsurium der persönlichen Fähigkeiten.

Erstellt von einem Mann oder einer Frau
28.10.2022, 05:29

🥰 oh das sind gute Nachrichten 🥳 ich freu mich für euch 🥳👍

@Denjo Punkrocko: sorry für ot und das "sprengen" deines Threads durch die vielen lieben Anteilnahmen hier bzgl. meiner gestrigen Situation. Ich war einfach nicht in der Lage, einen eigenen Thread zu eröffnen, es tat mir in dem Moment aber einfach gut, mir das von der Seele zu schreiben und dann auch noch soviel tolle Worte zu lesen.
Danke an euch alle. 🌻🌻🌻

Wenn ich darf, würde ich noch ein kleines Update schreiben, wenn es nicht ok ist, kannst du es auch gerne löschen.

Habe heute Vormittag mit dem Stationsarzt telefoniert, sie sind beide noch positiv, aber alles andere ist stabil und sie werden im Laufe des Tages entlassen. Helga hat mich gebeten, für sie einzukaufen, habe ich natürlich gemacht und es so getimet, dass ich um 18.15 Uhr bei ihnen vor der Tür gewartet habe, denn der Krankentransport war für 18 Uhr!!!! angesagt. Ich bin jetzt seit 10 Minuten zuhause und habe den Einkauf ins Treppenhaus gestellt, nachdem ich bei der Nachbarin geschellt hatte. Die beiden warten immer noch, dass sie abgeholt werden.... Jeder für sich in seinem Zimmer. Aber Helga rief mich überglücklich an, mein Vater hat gerade die Tür aufgemacht, weil er ihre Stimme gehört hat, hat freudestrahlend Hallo gerufen und ihr Küsschen zugeworfen. 🥰❤️
Keine Ahnung, wie lange sie noch warten müssen, aber sie sind glücklich. Das beruhigt mich gerade sehr.

Alles Gute Angie! Sowas ist hart aber schön zu hören, dass ihr so eine gute Verbindung habt 💛

Liebe Angi
Auch von mir noch die besten Wünsche damit umzugehen und die Hoffnung nicht aufzugeben, dass es noch ein paar schöne Zeiten für euch gibt 🍀
Vor zwei Jahren hat man mich ins KH gerufen weil mein Vater im Sterben lag.
Letzte Woche konnten wir seinen 80. Geburtstag feiern.
Das Glück Wünsche ich euch auch 😘

Liebe Angie,
ich wünsche dir ebenfalls ganz viel Kraft, Stärke und Liebe um möglichst gut durch die stürmische See zu manövrieren.
Pass gut auf dich auf. Gönne dir immer mal wieder Momente für dich. Und wenn es nur ne halbe Stunde mit einem Lieblingstee auf der Couch ist. Alles Gute für dich und deine Familie.

Erstellt von einem Mann oder einer Frau
26.10.2022, 20:14

Oh wie süß 🥰, Daumen drück für Helga das sie es schafft 👍🙂

Ich danke euch allen sehr. Eure Worte und Wünsche tun gut. Habe meinen Vater nochmal angerufen und ihm gesagt, dass Helga heute Nacht heimlich versuchen wird, in sein Zimmer zu schleichen, falls es nicht klappen sollte, dass sie sich an der Türe sehen. Da hat er gelacht und war zufrieden. Und ich soll ihn jaaaaaa morgen wieder anrufen. Natürlich mache ich das. Von mir aus stündlich. 😪❤️

Liebe @🍑 Angie🍑
Auch von mir alles Liebe.
Manchmal ist das Leben einfach nur hart,schmerzhaft, erbarmungslos, unverständlich und ein Arschloch.
Ich wünsche dir viele liebe Menschen in deiner Nähe, die dir beistehen und dich stützen können, wenn dir alles zuviel wird und sich dein Gefühlschaos anhören.
Und ich wünsche dir die Fähigkeit, um Hilfe bitten zu können.
Weil man muß nicht immer stark sein.

@Angie ich wünsch dir ganz viel Kraft. Und alles Gute für deinen Papa und seine Lebensgefährtin.
Hoffentlich haben sie dich bal wieder.

26.10.2022, 19:57

Angie. Ich wünsche Dir Kraft. Fühl Dich fest umarmt.

Erstellt von einem Mann oder einer Frau
26.10.2022, 19:42

Angie oh man 😳Ich drück dich, das ist hart… ich hoffe das das Krankenhaus es ermöglicht das die beiden sich sehen können, viel Kraft 🙏

Erstellt von einem Mann oder einer Frau
26.10.2022, 19:34

@🍑Angie🍑
Was Du gerade durchmachst, kann ich nur zu gut nachvollziehen.
Wünsche Dir viel Kraft und das es gut ausgeht. Bleib stark und tapfer. 🍀💐

liebe angie1
ich wünsce dir auch gaaaanz viel kraft das durchzustehen. ich habe letztes jahr meine Mama verloren. ich schicke dir ein kraftpaket und hoffe,dass alles wieder gut wird!!

@🍑Angie🍑 - viel mehr Belastung geht kaum. Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft in diesen Stunden und natürlich ein Happy End 🤗.

Ich hatte sicherlich schon einige in meinem Leben, aber da ich gerade nicht weiß, in welchem Thread ich es posten soll, nehme ich diesen hier. Vor wenigen Stunden durfte ich endlich meinen Vater sehen. Er liegt mit COPD und Corona im Krankenhaus und das schon seit letzte Woche Montag. Da kam er einen Tag früher als geplant mit seiner Lebensgefährtin aus dem Urlaub. Er hatte eh schon die letzte Zeit ziemlich viel und stark gehustet. Möchte jetzt nicht so detailliert erzählen. Es war alles sehr schlimm und er bekam sogar eine Bluttransfusion, da er sehr viel Blut verloren hat. Seine Lebensgefährtin ist seitdem auch total überfordert und durcheinander und sie wurde ebenfalls ohnmächtig eingeliefert. Jetzt liegen beide auf der gleichen Station in genau gegenüberliegenden Zimmern, dürfen sich aber nicht sehen. Da ich telefonisch nichts erreicht habe, bin ich heute einfach hingefahren und durfte überraschender Weise zu ihm. Er hat mich nicht erkannt, da ich Schutzkittel, Haube usw. anziehen musste. Als ich aber sagte :"Hallo Papa" guckte er mich ganz erstaunt an, schlug die Hände vors Gesicht, fing an zu weinen und sagte : Ich dachte, du bist tot. " Ich wollte ihn beruhigen und habe gesagt, uns geht es allen gut. Der Mama auch? Ich konnte mit der Situation nicht umgehen, weil ich nicht wirklich wusste, ob er jetzt tatsächlich meine Mutter, die schon 21 Jahre tot ist, meinte oder halt Helga, seine Lebensgefährtin. Ich weiß es im Grunde ja schon länger, dass er beginnende Demenz hat, nur nicht diagnostiziert. Da wehrt er sich in seinen guten Phasen vehement gegen. Zum Glück konnte ich ihn einigermaßen beruhigen. Er möchte einfach nur seine Helga in den Arm nehmen, dann wäre er beruhigt. Es war so schrecklich, meinen Vater in diesem Zustand zu sehen und mich nun damit auseinander zu setzen, dass weitere schwere Zeiten auf mich zukommen. Eine Schwester hat mir auf dem Flur noch gesagt, dass sie versuchen wird, dass sich die beiden heute wenigstens an der Tür sehen und zuwinken können. Denn ihr haben sie noch nicht mal gesagt, in welchem Zimmer er liegt. Er ruft ständig nach ihr und sie haben Angst, dass er dann einfach rüber läuft. Auf dem Parkplatz bin ich dann erstmal in Tränen ausgebrochen. Der Schmerz und die Trauer um meinen Exmann sind noch nicht abgeklungen und jetzt das. Ich bin ziemlich am Ende, aber ich will und muss trotzdem stark sein/bleiben.

21.10.2022, 06:03

Der Tod meines besten Freundes, der.bis zum Schluss leben wollte, egal was er noch hätte in Kauf nehmen müssen.
Wir konnten uns seit Monaten nur noch per SMS austauschen. Ihm fehlten mittlerweile die Zunge und ein großer Teil der Kinn-Partie. Sprechen, Essen, einen guten Wein trinken und Sprechen war seit vielen Monaten nicht mehr möglich. Wir hielten dennoch zusammen!
Ich war die Letzte, mit der er sich austauschte. Er lag wieder im Krankenhaus und war voller Zuversicht. Ich muntere ihn noch auf. Ich wollte ihn zudem nicht gehen lassen....
Nachdem wir unser "Gespräch" beendet hatten, ging ich noch mal in mich.
Einige Zeit später schickte ich ihm eine SMS, wo ich meinen Egoismus anprangerte. Natürlich ließe ich ihn gehen, wenn seine Zeit gekommen wäre.......
Diese SMS hat er nicht mehr gelesen, denn sein Handy war ausgestellt.
Sechs Stunden nach dem letzten Kontakt mit mir, schlief er friedlich, aber sehr überraschend ein....
Ich bin heute noch dankbar über jede Minute mit diesem wundervollen und herrlich streitbaren Menschen. Er.fehlt mir sehr. Wenn er wüsste, wie oft ich nach all den Jahrenimmer noch an ihn denke, würde er mich ausschimpfen.

Diese enge und ehrlich Freundschaft ist geblieben.....

Mein Gesundheitszustand nach einer verpfuschten OP. Danach war ich chronisch Krank.
Das hat mein Leben, mein Mindest und alles was ich für Selbstverständlich hielt auf den Kopf gestellt. Danach die Trennung von meinem Ex.
Beide Situationen haben mich erst gebrochen und damit dafür gesorgt, dass ich mich neu wieder zusammen setzen muss. Ich bin dadurch mehr bei mir selber angekommen. Habe meine Werte, meine Vorstellungen überdacht. Ich kann heute sagen, es war extrem heilsam. Weil ich mich geändert habe, hat sich auch mein Blick auf die Menschen um mich herum geändert. Darum sind viele gegangen, dafür andere gekommen und mit denen geht es mir heute deutlich besser. Sie helfen mir wachsen. Ich bin heute deutlich selektiver, erkenne schneller wenn ich Menschen anziehe, die meine alten Muster triggern.

21.10.2022, 01:39

Ich musste über die Jahre immer wieder Menschen in meinem Umfeld überdenken. Das gelang mal besser mal schlechter - gelungen ist es letztlich immer.

Auch jetzt gibt es Menschen von denen ich mich vermutlich trennen werde, weil sie mir oder wir uns nicht mehr gut tun und/oder einfach unterschiedliche Werte entwickelt haben.

Wirklich einschneidend war, denke ich, nur eine Trennung. Die fiel mir schwer, war aber für meinen Weg nötig.

Vom Benutzer am 21.10.2022 um 01:43 bearbeitet

Fast 11 Jahre war dieser Mann Teil und Mittelpunkt meines Lebens. Dann hat er seine Arbeitskollegin geschwängert. Das war der Punkt wo ich endlich fähig dazu war auszusortieren. Seitdem "sortier" ich schneller und einfacher aus.
Alles schlechte hat auch was gutes.

Ich habe schon mehrfach einen Cut gemacht bei Freunden. Männer und Frauen Freundschaften
Entweder war ich menschlich sehr enttäuscht oder man hatte sich in den Lebenszielen immer mehr voneinander entfernt.
Manchmal näherte man / frau sich nach einigen Jahren aber auch wieder an, weil die Lebensumstände sich wieder verändert haben . Und ich bin eigentlich kein sonderlich nachtragender Mensch.
Nach Ende von langen Beziehungen sortierte sich der Freundes- und Bekanntenkreis auch Immer neu.

Deutlich wurde es auch, als ich 2018 schwer erkrankte und ich nicht mehr so (aktiv)sein kann, wie früher.
Wenn man nicht mehr richtig funktioniert, zeigt sich, wer bei der Stange bleibt, bzw wer nicht.


Mir sind in meinem Leben schon so viele Menschen recht "jung" weggestorben, daß ich Freundschaften einen recht hohen Stellenwert gebe.

Tatsächlich waren bei mir die großen Zäsuren immer die Trennungen nach langen Beziehungen.

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