Weinstein, Spacey, Hoffmann & Co.

in „Medien & Showgeschäft“

Zu diesem Thema gibt es 28 Antworten

„Hürth“ (Pseudonym)

@Berith
Hmm...ich denke eher dass die Männer die sich in solch einer Debatte verunsichert fühlen, dazu vermutlich Grund haben.
Die anständigen Männer, die ich gerade so vor Augen habe, reagieren oft noch viel sensibler als ich, wenn es um Dominanzverhalten geht.
Es ist doch eigentlich ganz einfach: Fremde Menschen , vorallem untergeordnete Mitarbeiter/innen nicht anfassen und auch nicht auf deren primäre Geschlechtsmerkmale starren.
Ich möchte auch nicht von einem Kollegen oder gar Vorgesetzten ungefragt angefasst werden und könnte mir durchaus vorstellen, dass meine Reaktion von Dir als "kreischen" und/oder "hysterisch" bezeichnet würde.
Wenn ich nicht zufällig auch ein vertrautes, freundschaftliches Verhältnis zu einem Kollegen hätte, empfinde auch ich jegliche absichtliche Berührung als Übergriff.

Die Beschreibung von Frauen, die sich zur Wehr setzen, als "hysterisch" hat leider eine lange herabsetzende Tradition :-((
Ich denke, ich kenne Dich mittlerweile ein bißchen und bin mir sicher, dass dies nicht Deine Absicht ist.
Natürlich bestreite auch ich nicht, dass es durchaus Frauen gibt, die durch Übertreibung bewußt solch eine Reaktion instrumentalisieren um Kollegen in Misskredit zu bringen.
Doch das Klischeebild wird eben auch auf die deutliche Überzahl von Frauen mit berechtigten Forderungen übertragen um ihr Anliegen klein zu reden, lächerlich zu machen, in den Schmutz zu ziehen.
Bitte versteh das nicht als Angriff auf Dich, sondern als Erklärung warum Dein Wortgebrauch mich unangenehm berührt.


Edit hat noch gefeilt..

@ Waltraud:
Alles gut, ich fühle mich nicht angegriffen. Bin gerade am Kochen, ich werde mir nachher Deinen Beitrag nochmal richtig in Ruhe durchlesen und mich dann nochmal melden. Ich bin dankbar für Denkanstöße und manchmal kann man auch einfach unterschiedlicher Meinung sein, das ist ja auch nichts Schlimmes. Bis später.

@ Waltraud:

So, ich habe mir alles nochmal durchgelesen und mir Gedanken gemacht.
Ich denke, so dünnhäutig ich bei manchen Themen bin, so dickhäutig bin ich bei anderen Themen. Wenn mich jemand am Rücken, an der Schulter oder am Arm anfasst, dann kann mir das schon auch unangenehm sein und ich kann es als unpassend empfinden, aber ich würde niemals deswegen laut werden. Ich würde es entweder kurz über mich ergehen lassen oder aber ruhig sagen, dass ich das nicht möchte. Wenn jemand in so einer Situation gleich laut wird, empfinde ich die Reaktion als überzogen. (Ich spreche eindeutig nicht von einem Griff an die Brust, an den Po oder so, da würde ich auch anders reagieren!).

Aber da empfindet jeder Mensch sicher anders und reagiert auch anders und wenn ich ehrlich bin, fehlt mir da manchmal vielleicht auch die Akzeptanz. Teilweise nerven mich Menschen, die allgemein wegen jeder "Kleinigkeit" gleich einen Riesenaufstand machen und ich bezeichne sie als hysterisch. Ich verstehe, dass die Bezeichnung "hysterisch" im Kontext mit dem Ernstnehmen von sexuellen Übergriffen eine negative Konnotation hat und deswegen deplatziert ist. Davon abgesehen könnte und sollte ich an dem Punkt wohl auch toleranter sein und nicht meine Maßstäbe auf andere Menschen übertragen.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich manches auch lockerer sehe, weil ich in einem Bereich arbeite, in dem ein eher kameradschaftlicher und burschikoser Umgang herrscht. Wir duzen uns alle, wir gehen recht offen miteinander um, wir sagen unserem (jungen) Chef öfters mal, wo´s langgeht etc. Das kann man sicher nicht mit einer Arbeitsatmosphäre vergleichen, in der man extremen Druck von oben bekommt, in der man als Frau nicht ernstgenommen wird usw. Vor diesem Hintergrund und zusammen mit der Tatsache, dass ich generell eher mal flapsig unterwegs bin, kann ich mir vorstellen, dass meine Ausdrucksweise da durchaus mal unpassend sein kann.

Danke für den Denkanstoß und die Rückmeldung, ich versuche diesbezüglich etwas vorsichtiger zu sein und nicht meine Dickhäutigkeit von anderen zu erwarten!